Selbstvertrauen stärken: Warum du dir selbst mehr vertrauen kannst, als du denkst
Selbstvertrauen ist das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, mit den Höhen und Tiefen des Lebens umzugehen. Es bedeutet, darauf zu vertrauen, dass man mit dem umgehen kann, was kommt. Dass man Herausforderungen meistern, Lösungen finden und auch schwierige Situationen überstehen kann – selbst dann, wenn man den Ausgang noch nicht kennt.
Wenn du häufiger zweifelst, ob du etwas Bestimmtes schaffen kannst, denkst, dass du nicht mutig genug bist und andere es ohnehin besser können oder dich der Gedanke an ein mögliches Scheitern abhält, es überhaupt zu versuchen – dann denkst du vielleicht, du hast einfach nicht genug Selbstvertrauen. Und musst dieses erst „bekommen“, bevor du X oder Y machen kannst.
Was wäre, wenn ich dir sage, dass es dir gar nicht an Selbstvertrauen fehlt? Was wäre, wenn du nur vergessen hast, was du schon alles geschafft hast und worauf du stolz sein kannst? Lass uns einen Blick auf das Thema Selbstvertrauen werfen und wie wir es wiederentdecken – anstatt aufbauen oder stärken – können.
Selbstvertrauen stärken: Warum es nicht plötzlich da ist
Selbstvertrauen ist kein Charakterzug, den manche Menschen haben und andere nicht. Es ist das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Herausforderungen zu bewältigen. Und dieses Vertrauen entsteht durch Erfahrungen: durch all die Situationen, die wir bereits gemeistert haben – auch wenn wir sie längst vergessen oder als selbstverständlich abgespeichert haben. Und hier liegt der Schlüssel: Uns daran zu erinnern und anzuerkennen, dass alles, was wir bereits geschafft haben, nicht selbstverständlich ist.
Selbstvertrauen entsteht nicht dadurch, dass du dir beweist, dass nichts schiefgehen wird.
Es entsteht dadurch, dass du erkennst, was du bereits geschafft hast.
Warum wir unsere eigenen Stärken oft übersehen
Wir neigen dazu, uns eher an Fehler, Kritik oder Unsicherheiten zu erinnern als an unsere Erfolge, Stärken und Fortschritte. Vergleiche mit Lebensgeschichten und großen Erfolgen anderer, die scheinbar viel weiter sind als wir, verstärken dies noch. Unsere eigenen Zweifel stehen dem (wie es uns scheint großen) Selbstvertrauen anderer gegenüber.
Auch neigen wir dazu, unsere Erfolge zu normalisieren und zugleich Dinge, die nicht optimal funktioniert haben, als Bestätigung dafür zu sehen, dass wir etwas nicht können. Wenn wir denken, „hoffentlich schaffe ich das“ und es klappt, vergessen wir danach, wie viel Selbstvertrauen wir dafür gebraucht haben und denken „war doch gar nicht so schwer“. Dadurch verschwindet die Erinnerung daran, wie mutig wir damals eigentlich waren.
Du bist stärker, als du denkst: Was du schon alles geschafft hast
Lass uns daran arbeiten, das nicht zu vergessen und unsere Erfolge anzuerkennen, sogar zu feiern. Denk mal zurück und erinnere dich daran, was du im Leben schon alles geschafft hast, welche schwierigen Situationen du gemeistert hast. Momente, in denen du vorher dachtest, das schaffe ich nicht oder alles bricht zusammen. Ein Jobverlust, eine Trennung, eine Krankheit, ein Verlust, ein Neustart an einem unbekannten Ort, schwierige Lebensphasen oder persönliche Krisen. Was kommt dir in den Sinn und wie geht es dir heute damit?
Du kannst dafür folgende Fragen verwenden und beantworten, am besten schriftlich:
- Worauf bist du stolz?
- Was sind deine Stärken, was kannst du gut?
- Welche schwierigen/herausfordernden Zeiten hast du in deinem Leben bereits gemeistert?
- Was hast du (dabei) gelernt?
- Was/wer hat dir dabei geholfen?
- Auf welche hilfreichen Ressourcen konntest oder kannst du zurückgreifen?
Was dir Halt gibt, wenn das Leben unsicher wird
Viele Menschen suchen Halt und Sicherheit in Planung und dem Versuch, über alles die Kontrolle zu haben. Das kenne ich auch zu gut und auch ich kann das noch nicht gänzlich ablegen. Das Problem ist nur: Das Leben bleibt unsicher und nie vollständig kontrollierbar. Genauso wenig, wie wir andere und ihr Verhalten kontrollieren oder beeinflussen können.
Deshalb entsteht echte Stabilität woanders: In Vertrauen in dich selbst und in deine Fähigkeit, Lösungen zu finden. Selbstvertrauen bedeutet nicht, zu wissen, dass alles gut wird. Sondern zu wissen, dass du mit dem umgehen kannst, was kommt. Wenn du deine Antworten auf die Fragen oben anschaust, findest du sicher einiges, worauf dies zutrifft.
Ehrliche Affirmationen statt positives Denken auf Knopfdruck
Ich habe besonders letztes Jahr viel mit Affirmationen gearbeitet, die mich immer wieder erinnert haben, wie stark und mutig ich bin, die mich motiviert haben, weiterzumachen. Dazu habe ich mir verschiedene Sachen aufgeschrieben. Wichtig dabei: Sorge dafür, dass du automatisch und regelmäßig daran erinnert wirst, ohne aktiv daran denken zu müssen. Ich habe dafür die Erinnerungsfunktion meines Handys genutzt (bei Samsung heißt die z. B. „Reminder“). Zu festgelegten Zeitpunkten klingelt dann dein Handy und deine Affirmation erscheint. Ich habe jede Affirmation für mehrere Monate je einmal pro Woche eingestellt. Alternativ kannst du dir auch Post-its an verschiedene Stellen aufkleben, z. B. an den Spiegel, den Küchenschrank, auf dem Nachttisch, im Portemonnaie usw.
Und was schreibst du nun auf die Affirmationen? Nicht „ich bin perfekt“, „ich habe nie Angst“. Dinge, die wir uns selbst nicht glauben und die vielleicht auch nicht stimmen, funktionieren nicht. Schau mal, wie du die Fragen oben beantwortet hast. Daraus habe ich meine Affirmationen abgeleitet. Ein paar davon möchte ich hier zur Inspiration mit dir teilen:
Ich bin selbstständig und ich schaffe Dinge auch alleine, wenn es sein muss.
Ich habe Träume, Ziele und Versionen für mein Leben und ich gehe für sie los. Ich liebe das Leben.
Ich habe schon schwierige Situationen gemeistert und schaffe es auch dieses Mal.
Ich vertraue darauf, dass sich meine Zukunft genau so entwickelt, wie ich sie mir wünsche – Schritt für Schritt.
Ich widme mein Leben meiner Freiheit, meiner Fülle und meinen Stärken.
Ich muss mich nicht bereit fühlen, um anzufangen – ich muss nur anfangen, um mich bereit zu fühlen.
Ich vertraue meinem Weg. Mein Leben darf leicht sein – und erfüllt.
5 kleine Rituale, die dein Selbstvertrauen stärken können
- Mini-Erfolgstagebuch: Dokumentiere deine Erfolge bewusst.
- Schreibe dir regelmäßig auf, worauf du stolz bist.
- Sorge dafür, dass du regelmäßig an deine Stärken und Erfolge erinnert wirst, z. B. mit Affirmationen in Form von Post-its oder Handy-Erinnerungen.
- Reflektiere regelmäßig, was du heute geschafft hast und was gut gelaufen ist.
- Sprich mit dir wie mit einem guten Freund.
Vielleicht magst du dir dafür ein Journal zulegen, ein Dokument auf deinem Computer anlegen oder die Notiz-App auf dem Handy nutzen. Ideen und Inspirationen geben dir auch die Fragen und Affirmationen weiter oben.
Selbstvertrauen entsteht durch Erfahrung – nicht durch Nachdenken oder Warten
Wenn wir auf Selbstvertrauen, Sicherheit oder Gewissheit warten, bevor wir losgehen, kommen wir nicht ins Handeln. In Wirklichkeit funktioniert es anders herum: Durch Handeln machen wir Erfahrungen und diese geben uns Selbstvertrauen.
Aber wie kommen wir ins Handeln, wenn wir z. B. Angst haben? Lies dazu hier, wie wir trotz Angst losgehen und den Mut finden, ins Handeln zu kommen.
Selbstvertrauen aufbauen heißt oft, sich zu erinnern
Oder anders ausgedrückt: Wir müssen unser Selbstvertrauen nicht erst aufbauen oder stärken, sondern (wieder-)entdecken, dass es schon da ist.
Du musst nicht erst jemand anderes werden.
Du musst nicht perfekt sein.
Du musst nicht alle Antworten schon vorher kennen.
Vielleicht darfst du dir einfach wieder bewusst machen: was du schon geschafft hast, was du überstanden hast, wer du geworden bist.
Vielleicht entsteht Selbstvertrauen nicht dadurch, dass wir ständig stärker werden.
Vielleicht entsteht es dadurch, dass wir uns daran erinnern, wie stark wir schon immer waren.



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