Coworking Café mit Computer und Kaffee als Symbolbild für Motivation und Produktivität (richtige Arbeitsumgebung schaffen)

Motivation: Warum wir sie nicht finden müssen, sondern durch Handeln erschaffen

Warum sind einige Menschen scheinbar immer motiviert und produktiv? Und warum fühlen sich viele von uns oft wie das Gegenteil: unmotiviert und unproduktiv. Oft liegt es an dem Gedanken: „Ich brauche Motivation – erst dann kann ich anfangen.“ Doch was, wenn genau dieser Gedanke der Grund ist, warum wir nicht anfangen? Lass uns den Gedanken umdrehen: Motivation ist nicht der Startpunkt – sie entsteht erst durch Handlung. Und: Wenn wir verstehen, warum wir oft unmotiviert oder unproduktiv sind, können wir bewusst eine Umgebung schaffen, in der Motivation und Produktivität wachsen. 11 konkrete Produktivitätstechniken dazu findest du in diesem Artikel.

Was Motivation eigentlich ist – und warum wir sie überschätzen

Motivation ist weit mehr als nur ein Gefühl oder ein Funke im Kopf. Aus psychologischer Sicht ist sie ein komplexes Zusammenspiel aus Emotion, Energie, Erwartung und dem Glauben an die eigene Wirksamkeit und die eigenen Fähigkeiten.

Grundlegend unterscheidet man bei Motivation zwischen zwei Formen:

  • Intrinsische Motivation: Du handelst, weil dir die Tätigkeit selbst Freude, Sinn oder Zufriedenheit bringt. Du machst etwas aus Interesse, Leidenschaft, Wachstumslust, aus dem Wunsch nach Selbstverwirklichung.
  • Extrinsische Motivation: Dein Antrieb kommt eher von außen: Belohnungen, Anerkennung, Pflichten oder Ziele. Vielleicht willst du eine Aufgabe erledigen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen, nicht unbedingt, weil dir die Aufgabe selbst gefällt.

Beide Arten von Motivation können auch in unterschiedlicher Gewichtung koexistieren. Dass ich zum Beispiel gerade Spanisch lerne, ist sowohl intrinsisch als auch extrinsisch motiviert.

Viele von uns haben – bewusst oder unbewusst – die Vorstellung: Motivation müsse „kommen“, bevor wir starten. Wir warten auf den „richtigen Moment“, auf die Motivation. Tatsächlich aber ist Motivation kein konstantes Gefühl und kein Schalter, den man umlegen kann – sondern ein Zustand, der entstehen kann. Und dessen Entstehung wir bewusst positiv beeinflussen können.

Motivation ist also kein Startknopf, sondern eine Folge.

Warum wir manchmal unmotiviert und unproduktiv sind

Wenn du dich so fühlst – unmotiviert, unproduktiv, blockiert – und prokrastinierst, steckt vielleicht Folgendes dahinter:

  • Überforderung: Das Ziel oder die Aufgabe ist zu groß. Der Weg scheint unklar.
  • Perfektionismus & „Ich muss erst alles wissen“: Du willst alles perfekt planen, bevor du loslegst. Das verschiebt den Start auf unbestimmte Zeit.
  • Angst vor Scheitern oder Ungewissheit: Was, wenn es nicht gelingt? Was, wenn das Ergebnis nicht gut ist?
  • Entscheidungsschwäche / zu viele Optionen: Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst oder dich zwischen mehreren Wegen nicht entscheiden kannst.
  • Energielevel, Stress, mentale Blockaden: Müdigkeit, Überforderung im Alltag, Druck oder (Selbst-)Zweifel.

Wichtig: Unmotiviert = faul ist ein Trugschluss. Auch sehr engagierte Menschen haben Phasen, in denen sie nicht produktiv sind – und das ist normal. Gerade an solchen Tagen lohnt es sich, mit Mitgefühl und Selbstfürsorge zu reagieren anstatt mit Selbstkritik. Vielleicht hast du mehr geschafft, als du denkst. Reflektiere abends kurz: Was ist trotz allem gelungen? Was hast du gemacht? Was war gut und worauf darfst du stolz sein? Schreib es am besten auf. So führst du dir visuell vor, dass dein Tag nicht gänzlich unproduktiv war.

Motivation entsteht durch Tun – nicht davor

Hier liegt eine der größten Erkenntnisse: Motivation entsteht nicht vor dem Tun – sie entsteht DURCH das Tun.

Wenn wir handeln, sei es ein winziger Schritt oder eine konkrete Aktion, erzeugt unser Gehirn das Bedürfnis nach Wachstum. Durch das Erleben von kleinen Erfolgen schüttet unser Gehirn Botenstoffe aus, die uns Lust auf mehr machen. Dieses Belohnungssystem vergisst nicht – und das gibt uns Energie für den nächsten Schritt. Denn unser Gehirn liebt diese Erfolgserlebnisse und möchte mehr davon.

Das bedeutet konkret: Selbst wenn du dich total unmotiviert fühlst: Fang an, mach etwas Kleines. Sag dir: „Ich mache jetzt 10 Minuten xy (alternativ: nur 5 Minuten), das reicht, danach kann ich wieder aufhören, wenn ich merke, es macht heute keinen Sinn.“ Wenn du erst einmal angefangen hast, wirst du ganz oft merken, dass du nicht nach 10 Minuten aufhörst, dass du in den Flow kommst und auf einmal produktiv bist. Und wenn nicht: völlig ok, dann ist es heute so. Aber du hast es versucht.

Wie Motivation und Produktivität zusammenhängen

Produktivität entsteht durch Klarheit, Struktur und Fokus. Unabhängig davon, ob wir uns gerade super motiviert fühlen oder nicht. Produktive Menschen arbeiten nicht unbedingt mit mehr Motivation – sie haben Systeme und Gewohnheiten, die sie tragen und stabilisieren.

Motivation kann uns den ersten Schub geben, aber Produktivität sorgt dafür, dass wir dranbleiben. Mit klaren Strukturen, Routinen und Techniken. So wird der Weg planbar, auch wenn die Motivation mal im Keller ist.

Routinen und Strukturen sorgen dafür, dass wir etwas machen, ohne groß darüber nachdenken und uns motivieren zu müssen. Denn unser Gehirn möchte es immer möglichst einfach haben. Ein beliebtes Beispiel dafür ist das tägliche Zähneputzen. Machst du das, weil du hoch motiviert dazu bist und es dir großen Spaß macht? Musst du dich täglich aufs Neue dazu motivieren? Vermutlich nicht. Du machst es, weil es eine Gewohnheit ist. Du hast es dir irgendwann vor vielen Jahren angewöhnt, weil es wichtig für deine Gesundheit ist und nun läuft es fast automatisiert ab.

11 praktische Techniken für mehr Motivation & Produktivität

Okay, nicht alles ist so schnell erledigt und einfach zu etablieren wie das Zähneputzen. Neben der schon genannten „Starte-mit-10-Minuten-Methode“ kommen hier einige bewährte Methoden und Techniken, die du ganz praktisch nutzen kannst, um Motivation und Produktivität zu fördern:

  1. Pomodoro-Methode: Die Pomodoro-Technik eignet sich besonders für längere, komplexe Aufgaben, die viel Konzentration erfordern. Stell dir einen Timer und arbeite 25 Minuten an deiner Aufgabe, gefolgt von 5 Minuten Pause. Nach 4 solcher Blöcke legst du eine längere Pause von 15–30 Minuten ein. Je nachdem kannst du anschließend noch 1–2 weitere Runden einlegen.
  2. Eisenhower-Matrix: Mit der Eisenhower-Matrix kannst du deine Aufgaben priorisieren und Struktur schaffen. Dabei teilst du To-dos in 4 Kategorien ein: wichtig und dringend (sofort erledigen), wichtig, aber nicht dringend (fest einplanen), dringend, aber nicht wichtig (delegieren) und weder wichtig noch dringend (von der Liste streichen).
  3. Pareto-Prinzip (80/20-Regel): Oftmals kann man mit 20 % Aufwand 80 % des gewünschten Ergebnisses erzielen. Der Rest ist Feinschliff, kann später erledigt werden oder ist vielleicht sogar unnötig. Identifiziere die 20 % deiner Tätigkeiten, die 80 % deines Ergebnisses ausmachen und fokussiere dich auf diese.
  4. Eat the frog: Erledige zuerst die unangenehmste oder wichtigste Aufgabe des Tages. Dann hast du das Wichtigste geschafft. Dieses Erfolgserlebnis stärkt auch deine Motivation für den weiteren Tag.
  5. „Wenn es weniger als 10 Minuten dauert, dann mach es sofort.“: So vermeidest du, dass sich viele kleine Aufgaben zu einem überwältigenden Aufgabenberg ansammeln.
  6. Time-Blocking: Erstelle einen festen Zeitrahmen für bestimmte Aufgaben und bringe damit Struktur in den Alltag.
  7. Die richtige Umgebung: Schaffe eine Atmosphäre, die deinem Vorhaben dient. Ich brauche zum Beispiel eine aufgeräumte Umgebung und Ruhe für Tätigkeiten, die viel Konzentration erfordern. Mindestens einmal die Woche gehe ich aber auch in mein liebstes Coworking-Café und erledige dort einfachere Aufgaben. Denn unterschiedliche Umgebungen und Eindrücke fördern meine Kreativität.
  8. Routinen statt Willenskraft verwenden: Routinen automatisieren den Alltag, so brauchst du weniger bewusste Motivation.
  9. Belohnungssysteme bewusst einsetzen: kleine Erfolge feiern, genießen, was du erreicht hast. Überlege dir vorab, womit du dich selbst direkt im Anschluss belohnst, nachdem du eine bestimmte Aufgabe erledigt hast.
  10. Positiver Druck von außen: Erzähle vertrauten Menschen, was du vor hast. Wenn sie nachfragen, wo du gerade stehst (oder du nur daran denkst, dass sie fragen könnten), gibt dir das im positiven Sinne Druck, etwas für dein Ziel zu tun.
  11. Bewegung & Natur als Reset: Ein Spaziergang, frische Luft und Bewegung helfen, den Kopf frei zu bekommen und neue Energie zu schöpfen.

Motivation ist keine Voraussetzung für Produktivität

Motivation ist also nichts, das du erst finden oder auf das du warten musst. Sie entsteht durch Handeln. Wenn du dein Ziel zerlegst, klein startest, dir erlaubst, unperfekt zu sein und deinen Alltag mit Struktur füllst, schaffst du ein Umfeld, in dem Produktivität und Motivation wachsen können. Probiere aus, welche Tipps dir dabei am besten helfen. Und sei dabei nicht zu streng mit dir. „Schlechte“ Tage sind erlaubt und es dauert eine Weile, um neue Gewohnheiten zu etablieren.

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